Destiny


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Destiny

(original title)

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Genre: | | 09 September 2014

Mazeplace Rating: 3.0
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Als das Spiel mit dem höchsten Produktionsbudget in
der Geschichte der Videospiele versucht «Destiny» eine Verschmelzung zweier
Genres: MMO-Rollenspiel und Shootergame. Das Ergebnis ist zwar wunderschön
anzusehen, überzeugt aber nur zum Teil...
Eine riesige, geheimnisvolle Kugel, der «Reisende»
genannt, hauchte unserem Sonnensystem neues Leben ein; zuvor unbewohnbare
Planeten wie die Venus oder der Mars wurden zu neuen Heimaten. Überall blühten
interplanetare Städte auf. Doch auf diese hundert Jahre währende Zeit der
Wunder folgte der uralte Gegner des Reisenden, die Dunkelheit. Und kurz darauf
wurde unser Sonnensystem zu einem wilden und gefährlichen Ort voller furchterregender
Widersacher. Als Hüter der letzten sicheren Stadt der Erde und genährt von den
Kräften des «Reisenden» obliegt es nun dem Spieler, ein neues Zeitalter der
Hoffnung einzuläuten.
Etwas vom ersten, das dem gewieften MMO-Spieler
auffällt, ist, wie unglaublich flüssig sich «Destiny» spielt. Keine Lags oder
Ruckler, einwandfreie Verbindungen, keine Wartezeiten in irgendwelchen Lobbys.
Das Laden der eigentlichen Mission dauert dann aber doch eine kurze Weile,
während der man sein Raumschiff beim Fliegen beobachten und einem etwas
schwülstigen Monolog lauschen darf. Was dann kommt ist zwanzig Level lang eine
eher eintönige Sache. Man muss irgendeinen Gegenstand suchen oder erforschen
und wird dabei von Aliens gestört, am Ende der Mission folgt ein Endgegner und
dann war’s das auch schon. Sinn und Zweck der Angelegenheit scheint aber nicht
das Fortschreiten der Story zu sein, denn eine solche ist kaum auszumachen, es
geht vor allem darum, sich konsequent hochzuleveln. Man beginnt in einer von drei
Klassen: Titan, eine gepanzerte Kriegsmaschine; Warlock, der mystische Krieger;
oder Jäger, der tödliche Pirscher in Attentäter-Manier. Mit der Zeit baut man
seine Fertigkeiten aus, erhält bessere Rüstungsteile oder Waffen und kann die
alten Teile zerlegen und verkaufen. In den Kampf zieht man entweder zuhause mit
maximal zwei Freunden oder lässt sich online in ein Team pflanzen. Es besteht
jederzeit die Möglichkeit als Abwechslung zu den redundanten Missionen einen
Event zu bestehen, wo man dann irgendwo einen fiesen Gegner antrifft und
zusammen mit zufällig daherkommenden anderen Online-Spielern ebendiesen Gegner
platt macht. Das hat was. Doch ansonsten zeigt sich «Destiny» erschreckend ideenlos.
Das Waffenarsenal wirkt eher Lo-Fi statt Sci-Fi, von einigen Ausnahmen abgesehen.
Die KI schwankt zwischen sehr knackig und total dämlich. Gewisse Gegner lassen
sich aus der Nähe schlicht nicht besiegen, aber beschossen aus der Ferne sind
sie leichte Beute. Anderen Gegnern kann man einfach davonlaufen, die KI hindert
sie daran, eine unsichtbare programmierte Grenze zu überschreiten, man muss als
Spieler unweigerlich den Kopf schütteln. Dennoch lassen vor allem massenhafte
Gegnerhorden den Puls des Spielers ansteigen. Im Multiplayer respawnen diese
denn auch allzu schnell, was ein ziemliches Ärgernis ist. Ab Level 20 dreht
sich alles nur noch um eine weitere Währung, die Lichtwerte. Von da an steht
mühsames Sammeln an erster Stelle, so dass man die immer gleichen Missionen
wieder und wieder spielen muss, um Lichtpunkte anzusammeln.
Optisch und akustisch darf sich Entwickler Bungie
aber kräftig auf die Schulter klopfen. Selten kam ein Sci-Fi-Spiel so
wunderschön daher. Der orchestrale Soundtrack lässt die heimische
Surround-Anlage erzittern. Man merkt, dass man es mit den Entwicklern der
Halo-Reihe zu tun hat. Diese riesige, frei begehbare Welt lässt sich auch mit
verschiedenen Flitzern erkunden. Auch die deutsche Synchronfassung weiss zu
überzeugen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die auf 10 Jahre angelegte neue
Franchise aber noch sehr unausgegoren. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies bei
den nächsten Updates oder aber spätestens beim Nachfolger verbessert.
Fazit: Nun, die Zukunft der Shooter-Games, wie es
im Vorfeld vollmundig hiess, ist «Destiny» mit Sicherheit nicht. Dazu sind die Missionen
zu langweilig, fehlen Helden, mit denen man sich identifiziert und fehlt vor
allem eine Story, die einen packt und die Einblick in die vergangenen
Geschehnisse bietet. Die starke Ko-Op-Ausrichtung ist aber ein guter Weg, den
es weiterzuverfolgen gilt, schliesslich soll dies ja ein Shooter mit
MMO-Elementen sein. Noch konzentriert sich alles viel zu sehr aufs Hochleveln.
Technisch kommt dieser Titel aber tadellos daher, zumindest dort sieht man ihm
das 500 Millionen Dollar Budget an.