Assassins Creed: Unity


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Assassins Creed: Unity

(original title)

Reviews > Games > Assassins Creed: Unity

Genre: | | 13 November 2014

Mazeplace Rating: 3.0
User  Rating: 3.7
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3.7
Medium:

Es ist ein Neubeginn und zugleich eine Rückkehr zu den
Wurzeln: Das erste «Assassin’s Creed», das für die neueste Konsolengeneration
geschaffen wurde, überzeugt mit einer sensationellen Optik und einem spannenden
Mehrspielermodus, hat aber auch mit einigen Altlasten zu kämpfen...
Paris,
1789. Als sich durch die Französische Revolution Angst und Schrecken in einer
einst prachtvollen Stadt ausbreiten, begibt sich ein junger Assassine namens
Arno auf eine aussergewöhnliche Reise, um die wahre Macht hinter dem Aufstand
zu enthüllen. Vom Sturm auf die Bastille bis zur Hinrichtung von König Louis
XVI. begleitet man Arno Dorian auf seiner Reise, ein Meisterassassine zu werden
und den Bewohnern von Frankreich zu einer völlig neuen Bestimmung zu verhelfen.
Es ist eine der erfolgreichsten Franchises überhaupt,
die «Assassin’s Creed»-Reihe. Doch mit den Jahren wurde sie immer überladener,
die Macher verloren das Wesentliche aus den Augen: das Meucheln von
gegnerischen Templern und das Erkunden riesiger, frei begehbarer Städte aus
vergangener Zeit. In «Unity» rückt dies nun wieder ins Zentrum und - man sagt
es gern - Ubisofts Paris Ende des 18. Jahrhunderts ist eine beispiellose
Augenweide. Das lebendige Treiben in den Strassen der Grossstadt ist voller
Überraschungen (dass sich die Bewohner recht häufig stark ähneln und irgendwann
alle dieselben Aktionen machen, stört nur bei sehr, sehr genauem Hinschauen).
Viele der Häuser, Kathedralen, ja sogar Versailles sind frei begehbar und
strotzen vor wunderschönen Details, das Licht taucht alles in eine märchenhafte
Stimmung, es scheint, als wären hier die besten Kameraleute und Bühnenbildner
direkt aus Hollywood am Werk gewesen. Eine zarte Liebesgeschichte, die ein wenig
was von Romeo und Julia hat und eine packende Story halten den Spieler in ihrem
Bann, und wie immer vermischen sich hier historische Fakten mit fiktiven
Ereignissen. So trifft man bei seinen Abenteuern mal auf Napoleon, mal auf
Robespierre oder auf den Marquis de Sade.
Das Klettern geht flüssiger von der Hand, denn je.
Einige Spieler mögen sich zwar immer noch nicht mit dem Klettern in
schlafwandlerischer Sicherheit anfreunden... Für sie brechen harte Zeiten an,
denn Arno beherrscht nicht nur das Klettern, sondern auch «Parcours» besser
denn je. Ein schöner Einfall der Macher, schliesslich stammt diese Sportform
aus Frankreich. Inzwischen kursiert auch schon ein Real-Live-Video einer Parcours-Verfolgungsjagd
durch das echte Paris, ganz im «Assassin’s Creed»- Stil. Und so klettert, rennt
und springt Arno denn mühelos über die Dächer von Paris. Allerdings bleibt er
mitunter auch mal unfreiwillig an einem Vorsprung hängen, springt Wände hinauf
anstatt wie beabsichtigt durch ein offenes Fenster.
Waffentechnisch wurde abgespeckt. Arno trägt nun nur
noch eine wählbare Stichwaffe, z.B. die brandneue Phantomklinge und eine
Feuerwaffe bei sich. Das Auflesen von Waffen gibt es nicht mehr. Auch die
Kämpfe gestalten sich lebendiger, man muss nun mehr parieren und die
Inszenierung der Meuchelmorde sieht aus wie in einem coolen Actionstreifen.
Auch ein neues Deckungssystem wurde integriert, Arno kann sich ducken und wenn
er vor Gegnern flüchtet, vermuten sie ihn an dem Punkt, an dem sie ihn zuletzt
gesehen haben, dies kann man taktisch ausnützen. Allerdings ist die KI nicht über
alle Zweifel erhaben. So regt sich selten Widerstand, wenn man durch ein
offenes Fenster eindringt und der Besitzer dort gerade zu Mittag isst. Niemand
wundert sich, wieso hier überall Leichen herumliegen, die man eben ermordet hat
und wenn man einen Gegner vom Dach stürzt, gibt es unten zwar ein Geschrei, zu
Hilfe geeilt kommt jedoch niemand. Altbekannt ist das Suchen unzähliger
Artefakte, die überall verstreut sind, und mittlerweile gibt es vier
verschiedene Sorten von Schatzkisten. Eine, die man problemlos öffnen kann,
eine, deren Schloss erst geknackt werden muss, und zwei Sorten, für deren
Öffnung man sich zuerst bei UPlay und auf der Initiates Website registrieren
muss oder wo man zuerst die Companion App auf sein Handy laden und eine Mission
erledigen muss. Ausserdem gibt es bezahlbare Inhalte, wie z.B.
Ausrüstungsgegenstände, die aber nicht mit Spielpunkten, sondern mit echtem
Geld gekauft werden müssen. Das kennt man von Gratisgames auf dem Handy, doch für
dieses Spiel hier hat man ja schon genug hingeblättert. Diese Inhalte müsste
man zumindest ausblenden können.
Für Freude sorgt der Mehrspieler-Modus mit an die 20
verschiedenen Missionen, die aber storymässig immer noch mit der Kampagne
verbunden sind. Dort trifft man auch desöfteren auf historisch bekannte
Persönlichkeiten. Man hat dabei die Wahl, diese Missionen mit bis zu vier Online-Spielern
zu spielen – oder aber ganz auf Ko-Op zu verzichten und den Alleingang zu
wagen
Fazit: Aus alt mach
neu. Ubisoft kehrt zu den Anfängen zurück, verzichtet z.B. auf Seefahrereien
und lässt Arno das machen, was er am besten kann: meucheln und die Gegend
erkunden. Das erste Spiel auf der neuesten Konsolengeneration sieht schöner
aus, als jedes «Assassin’s Creed»-Spiel davor. Auch der Mehrspielermodus war
eine gute Idee. Die richtig tollen Innovationen fehlen hingegen. Hier ist eher
die Devise «weniger ist mehr», weniger Waffen, mehr Übersichtlichkeit. Dennoch
ist «Assassin’s Creed: Unity» ein wuchtiges Spiel, bei dem man gerne immer
wieder mal zurückkommt, um in Paris neue Abenteuer zu erleben.