Dying Light


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Dying Light

(original title)

Reviews > Games > Dying Light

Genre: | Action, | 27 February 2016

Mazeplace Rating: 3.5
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In «Dying Light» durchstreift man am Tag eine weitläufige, zombieverseuchte Stadt auf der Suche nach Vorräten und Waffen. Doch sobald die Dunkelheit hereinbricht, wird der Jäger zum Gejagten. Plötzlich zeigen sich die Zombies zunehmend aggressiver und blutrünstiger und trachten einem nach dem Leben.

Als ehemaliger Entwickler von «Dead Island» kennt sich Techland mit Zombies ja gut aus… So erstaunt es denn auch nicht, dass ihr neuestes Werk «Dying Light», was die Handhabung der Waffen und der Zombies anbelangt, ein wenig an «Dead Island» erinnert. Aber in «Dying Light» werden nicht einfach Palmen gegen Häuserschluchten ausgetauscht, das Open World Game bietet nämlich zwei wesentliche Features, die es von früheren oder ähnlichen Spielen abheben: das Parkour-Element und der Tag/Nacht-Wechsel.

Undercover-Agent Crane ist nämlich ein meisterhafter Kraxler, er klettert Häuser hoch als befände man sich bei «Assassin’s Creed», besteigt Türme, Kräne, balanciert über Bretter und tut dies je länger, je besser. Es braucht eine gewisse Eingewöhnungsphase, doch mit der Zeit (und den erworbenen Wendigkeitspunkten) baut man seine Fähigkeiten kontinuierlich aus. Das gilt auch für die anderen Bereiche, man sammelt Überlebenspunkte und Kampfpunkte. Dabei darf man gerne auch mal kreativ sein. Da gute Waffen nicht auf Bäumen wachsen, sondern sich im Gegenteil recht schnell abnützen, muss man seine Augen immer offen halten nach dem nächsten Gegenstand, den man auch mal kombinieren und so zu einer noch tödlicheren Waffe basteln kann.

Mehrere Zombies erledigt man besser aus einiger Entfernung, doch bis man eine Schusswaffe (und passende Munition) findet, ist wie gesagt Ideenreichtum gefragt. «Dying Light» bietet kein stupides Button-Mashing, der Einsatz der Waffen will wohlüberlegt sein. Besonders zu Beginn sind die Zombies nicht gerade einfach zu erledigen, doch mit besseren Waffen und mehr Erfahrungspunkten steigt auch der Spassfaktor.
Richtig gruselig (und blutig) wird es dann aber, sobald die Nacht hereinbricht. Dann werden die tagsüber einigermassen langsamen Zombies plötzlich zu super-agilen Bestien, vor denen man gerne mal die Flucht ergreift, besonders, wenn es sich um einen Super-Zombie handelt.

Die meisten Quests absolviert man daher von Vorteil tagsüber, für nächtliche Quests gibt es aber Zusatzpunkte. In «Dying Light» wird der Spieler als Agent Kyle Crane in der zombieverseuchten Stadt Harran abgesetzt und gleich als erstes von einem Zombie gebissen. Fortan benötigt er den Impfstoff Antizin, damit er für seine Auftraggeber den zwielichtigen Abtrünnigen Sulaiman finden kann, der in Besitz einer wichtigen Akte ist. Die Story ist zwar nicht gerade das Gelbe vom Ei, vermag einen über die Kampagnen-Spieldauer von 25 – 30 Stunden aber gut zu unterhalten.

Einzig mit der Hauptfigur will man nicht so recht warm werden, das könnte aber auch an der faden deutschen Synchronisierung liegen. Wer kann und will, der spielt das Game daher von Vorteil auf Englisch - mit oder ohne Untertitel. Optisch macht der Titel aber ganz schön was her. Besonders wenn man auf einem Turm steht und seinen Blick in die Weite schweifen lässt, sieht man, dass die Macher sich hier Mühe gegeben haben. Von der Innendekoration lässt sich das weniger sagen, hier findet man allerorts dieselben Gegenstände, sei es der Brotkorb oder die Möbel. Copy, paste…

«Dying Light» überrascht aber auch mit einem coolen «Be the Zombie»-Modus, bei dem man mal die Seiten wechseln und auf Menschenjagd gehen darf. Ausserdem lässt sich der Titel im Koop-Modus mit bis zu vier Spielern spielen.

Fazit: Zombiespiele und Open World Games sind zwar keine wirklich neuartige Erfindung, ein solches aber mit Parkour-Elementen und einem noch gefährlicheren Nachtmodus anzureichern ist wenigstens innovativ. Mit vielen Nebenquests und jeder Menge Verbesserungsmöglichkeiten für Waffen und Fähigkeiten ist auch die Langzeitmotivation gewährleistet. Für zusätzliche Spannung sorgt die Tatsache, dass hier nicht einfach wild drauflos gemetzelt werden darf, sondern dass das Spiel einen immer wieder herausfordert. Wen das viele Blut und die etwas gummige Story nicht stören, der findet hier viele Stunden spannende Unterhaltung.