Rammstein: Paris


The Crew


Director:
Jonas Åkerlund

Writers:
None

Cast:
Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Flake, Oliver Riedel, Christoph Schneider


Rammstein: Paris

(original title)

Reviews > Movies > Rammstein: Paris

98 min | Documentary, | 23 March 2017

Mazeplace Rating: 3.0
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Der Konzertfilm «Rammstein: Paris» setzt hier einen neuen Massstab. Während der «Made in Germany»-Tour drehte der gefeierte schwedische Regisseur Jonas Åkerlund im März 2012 bei zwei umjubelten Rammstein-Konzerten, die vor jeweils 17.000 Zuschauern im Palais Omnisports in Paris stattfanden. Der Film, der daraus entstanden ist (mit 16 Songs aus dem gesamten Repertoire), ist das bislang spektakulärste Bilddokument über die derzeit grösste deutsche Rock-'n'-Roll-Band.

Gegründet 1994 zählen Rammstein inzwischen zu den langlebigsten und auch international kommerziell erfolgreichsten deutschen Rockbands. Sechs Mitglieder umfasst die Band, allen voran Frontmann Till Lindemann. Ein Rammstein-Konzert ist jedesmal ein fulminantes Ereignis für alle Sinne. Das liegt in erster Linie an dem extrem brachialen Musikstil, der Stadien zum Beben bringt, in zweiter Linie aber auch an dem massiven Einsatz pyrotechnischer Effekte auf der Bühne. Keine Frage also, dass sich ein grosser Konzertfilm bei einer solchen Band lohnt. Rammstein auf einer Leinwand mit sattem Digitalsound zu sehen, ist nur schon deswegen ein Erlebnis, weil wir Musikvideos mittlerweile bloss noch auf dem Handy konsumieren. Doch – abgesehen von der Musik und der Show – unterscheidet sich dieser Konzertfilm formal von irgendeinem anderen Konzertfilm? Nein. Nicht wirklich. Natürlich kann man ein Rammstein-Konzert nicht mit einem Miley Cyrus-Konzert vergleichen. Doch der Mitschnitt aus Paris zeigt lediglich das, was der Zuschauer im Saal auch sah, halt einfach wesentlich detailreicher. «Rammstein: Paris» fängt genau dann an, wo auch das eigentliche Konzert angefangen hat, und wenn das Konzert vorbei ist, ist auch der Film vorbei. E

s gibt keine Einblicke in den Backstage-Bereich, keine Interview-Einschübe mit der Band, kein Vor- oder Nachgeplänkel. Dieser Film zeigt ein Konzert. Und nur das. Innovativ ist das nicht. Doch die Umsetzung ist, verglichen mit anderen Konzertvideos, die bloss auf DVD erscheinen, wesentlich aufwändiger. Der Film ist so schnell geschnitten und zeigt so viele verschiedene Kameraperspektiven, dass man kaum blinzeln darf, um ja nichts zu verpassen. Die Kamera zeigt Till Lindemann von ganz nah, und ab und zu, nur ganz kurz, erblicken wir bei ihm eine gespaltene Zunge oder Reptilienaugen. Feuer und Explosionen sind ein Dauerthema. Es gibt fast nichts, was nicht irgendwann mal in Flammen aufgeht: Gitarren, Mikrofone, sogar Lindemanns Herz. Alles brennt. Auch die Leidenschaft des Publikums für ihre Idole. Erfreulich, dass man nur sehr selten frenetische Fans zu sehen bekommt, ein Unding in anderen Konzertfilmen.

Ein Rammstein-Konzert ist kein Kindergeburtstag. Hier werden teils sehr explizite sexuelle Handlungen (nicht nur in den Lyrics) dargestellt. Der Frontsänger spritzt mit einem künstlichen Penis in sein Publikum oder reitet auf einer gewaltigen, einem Penis nachempfundenen Schaumkanone. In diesen Momenten ist man froh, den Film aus sicherer Entfernung anschauen zu können. Stilistisch ähneln sich die Songs ziemlich stark, die Band ist ja nicht gerade bekannt für ihre Balladen… So ist dies denn vor allem ein eindrückliches Dokument eines Rammstein-Konzertes, doch eigentlich bloss für deren Fans.

Fazit: Für Fans ein Muss, für alle anderen zumindest einmal die Möglichkeit, ein brachiales Rockkonzert aus sicherem Abstand zu erleben.
Length:
98 min

Age:
None+

Director:
Jonas Åkerlund

Writers:
None

Cast:
Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Flake, Oliver Riedel, Christoph Schneider