Damien Rice: My Favourite Faded Fantasy


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Damien Rice: My Favourite Faded Fantasy

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31 October 2014

Mazeplace Rating: 5.0
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Ausnahmekünstler Damien Rice ist nach einer
viel zu langen, achtjährigen Pause mit einem neuen Album zurück. Die
Melancholie im Herzen tragend singt Damien Rice von Trauer, Verzweiflung und
Trostlosigkeit – die sich nie schöner anhörte als auf «My Favourite Faded
Fantasy».









Charttauglich ist der gebürtige Ire Damien
Rice nur sehr bedingt – zum Glück! Würde man seine Songs in ein Klischee-Schema
pressen, wäre die ganze Aura, die Damien Rices’ Songs umgibt verloren. 2002
startete Rice mit seinem Debütalbum «O». So unkonventionell wie seine Songs produzierte
er sein Album selbst und liess sich nicht von einem der grossen Labels stützen,
um in seiner Kreativität nicht in Schranken gewiesen zu werden, wie er selbst
bestätigte. Die erste Singleauskopplung «The Blower’s Daughter» schaffte es
später in den amerikanischen Film «Closer», mit Natalie Portmann, Jude Law,
Julia Roberts und Clive Owen in den Hauptrollen. 4 Jahre später folgte der
zweite Longplayer «9», genauso ungewöhnlich wie das Debütalbum – der Track «9
Crimes» verschaffte ihm europaweit Bekanntheit.









Nach acht Jahren Kreativpause war es höchste
Zeit, dass wir endlich wieder etwas von Damien Rice hören. Produziert wurde das
Studioalbum vom langbärtigen Rick Rubin von American Recordings. Und wenn einer
der einflussreichsten Produzenten seiner Zeit sich mit einem Künstler wie Rice
zusammenschliesst, kann das Ergebnis nur überzeugen. Sicher wichtig für den
Künstler selbst, er hat in keinem der 8 neuen Tracks Kompromisse machen müssen
und durfte seiner musikalischen Kreativität freien Lauf lassen. Anders klingt
Rice natürlich trotzdem – nach acht Jahren Pause – ob es an einer
Entwicklungsphase liegt oder am Produzenten wollen wir gar nicht wissen.









Fakt ist bleibt, dass die Songs auf «My
Favourite Faded Fantasy» insgesamt harmonischer klingen, erwachsener und
weniger abgehackt als die Vorgänger. An Melancholie und Trauer haben sie nichts
verloren – je mehr das Album seinen Lauf nimmt, desto mehr singt Rice dem Hörer
aus dem Herzen. Nach wie vor sind es die ruhigen Songs, die vor allem auf
Rices’ Stimme setzen die besten Momente.









Fazit: Ein Album für den Winter, vor dem
Kaminfeuer, am besten nicht alleine. Denn der Schmerz den Rice besingt möchte
man nicht zwingend gleich selbst mitfühlen – berühren werden die Songs trotzdem
– immer und immer wieder...